Sicherheit mit System.

Alle Fakten rund um die technischen und baurechtlichen Anforderungen an unsere Produkte.

Wir haben Ihnen übersichtlich alle Informationen zum Baurecht, zu den Klassifikationen und zur Wirkungsweise von Brandschutzglas hier zusammengestellt

Baurechtliche Anforderungen an den Brandschutz.

In Deutschland liegt das Bauordnungsrecht in der Zuständigkeit der Bundesländer. Eine der wesentlichen Funktionen des Bauordnungsrechtes ist die Gefahrenabwehr im Baubereich. Alle Länder haben dementsprechend eigene Bauordnungen erlassen.

Die Musterbauordnung, auf der im Wesentlichen alle Landesbauordnungen basieren, gilt für bauliche Anlagen und Bauprodukte und hat folgende allgemeine Anforderungen:
(Auszug aus der Musterbauordnung)

  • § 3 Allgemeine Anforderungen (1) Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und in Stand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen, nicht gefährdet werden.
  • Explizit zum Brandschutz ist in der Musterbauordnung in § 14 folgendes geregelt: § 14 Brandschutz Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und in Stand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind. (...)

Es geht also darum, durch Brandschutz der Entstehung und Ausbreitung von Feuer und Rauch vorzubeugen und die Brandbekämpfung zu ermöglichen und zu erleichtern. Brandschutzverglasungen und Feuer- und Rauchabschlüsse sind daher im baulichen Brandschutz von enormer Bedeutung.

Weiter heißt es in § 26 der MBO, dass alle Bauteile und Baustoffe nach den Anforderungen an ihre Feuerwiderstandsfähigkeit unterschieden werden.


Die Klassifizierung von Bauarten wie z.B. Brandschutzverglasungen erfolgt auf Grundlage der DIN EN 13501-2.

Nichttragende Bauteile (Brandschutzverglasungen) mit Raumabschluss Klasse E (neue nach DIN EN 13501-2)
Nichttragende Bauteile (Brandschutzverglasungen) mit Raumabschluss und Wärmedämmung Klasse EI (neu nach DIN EN 13501-2)
Feuerschutzabschlüsse (Feuerschutztüren) Klasse EI (neu nach DIN EN 13501-2)

Bei der Verwendung von Glas als Füllung für Lichtausschnitte in Rauchschutztüren ist in der Regel die Verwendung von Sicherheitsglas als Einscheibensicherheitsglas (ESG) oder Verbundsicherheitsglas (VSG) zulässig, da die Verkehrssicherheit, also insbesondere die Bruchsicherheit gewährleistet sein muss.

Erklärung zu den Klassifizierungen nach DIN EN 13501


E-Verglasungen

Rauch- und flammendichter Raumabschluss.


EW-Verglasungen

Rauch- und flammendichter Raumabschluss mit reduzierter Hitzestrahlung. Maximaler Durchlass von Strahlungswärme: 15 KW/m².


Nur EI-Verglasungen

Rauch- und flammendichter Raumabschluss mit Einhaltung der Temperaturgrenze auf der feuerabgewandten Seite (Wattebauschtest). Im Mittel +140 K, max. 180 K.


Die charakteristischen Eigenschaften zum Feuerwiderstandsverhalten gemäß DIN EN 13501-2:

E = Raumabschluss Der Raumabschluss beschreibt die Fähigkeit, einer einseitigen Brandeinwirkung so standzuhalten, dass wesentliche Mengen an Flammen oder heißer Rauchgase nicht zur Ausbreitung des Brandes oder angrenzender Materialien auf der vom Feuer abgewandten Seite beitragen.
W = verminderter Wärmedurchgang Der Wärmedurchgang W ist die Fähigkeit eines Bauteils die Hitzestrahlung von einer Seite des Bauteils zur anderen zu reduzieren
I = Wärmedämmung Die Wärmedämmung beschreibt die Fähigkeit des Bauteils, einer einseitigen Brandbelastung so standzuhalten, dass auch bei einer wesentlichen Wärmeübertragung auf die vom Feuer abgewandte Seite eine Übertragung des Feuers ausgeschlossen ist.
S = Begrenzung der Rauchdurchlässigkeit Die Rauchdichtheit S ist die Fähigkeit eines Bauteils den Durchtritt von Gas oder Rauch von einer Seite des Bauteils zur anderen zu verringern oder auszuschließen

Feuerwiderstandsdauer

Der Feuerwiderstand bildete und bildet noch heute zusammen mit anderen Kriterien die Feuerwiderstandsklasse eines Bauteils. Alle Klassifizierungseinheiten werden in Minuten angegeben und sagen aus, wie hoch die Feuerwiderstandsdauer von Bauteilen ist. Es gibt Perioden von 15 bis 240 Minuten Feuerwiderstand, jedoch gelten nicht alle Einheiten für alle Bauteile.

Klassifizierungsperiode

Hero-Fire-Produkte

30

HERO-FIRE S EW 30
HERO-FIRE EI 30

60

Brandschutzglas für maritime Anwendungen

HERO-FIRE S EW 60
HERO-FIRE EI 60
HERO-FIRE A 60

90

HERO-FIRE S E 90
HERO-FIRE EI 90

120

HERO-FIRE S E 120
HERO-FIRE EI 120

Brandschutzglas für maritime Anwendungen
Ganzglastüren

HERO-FIRE S A 0
HERO-FIRE T30 /EI 30

Die technischen und baurechtliche Anforderungen an Brandschutzverglasungen werden durch die DIN EN 1363, 1364 und 1634 geregelt. Diese Normen stellen allgemeine Grundsätze für die Bestimmung der Feuerwiderstandsdauer von verschiedenartigen Bauteilen auf, die unter genormten Bedingungen dem Feuer ausgesetzt werden.

DIN EN 1363

Feuerwiderstandsprüfungen, Allgemeine Anforderungen

DIN EN 1364

Feuerwiderstandsprüfungen, Wände

DIN EN 1634

Feuerwiderstandsprüfungen, Feuerschutzabschlüsse

Was ist Brandschutzglas?

Brandschutzverglasungen bestehen aus einem oder mehreren lichtdurchlässigen Elementen, die in einen Rahmen eingebaut werden. Brandschutzverglasungen werden als Bauarten definiert, die zur Errichtung von nichttragenden, inneren und äußeren Wänden bzw. zur Herstellung lichtdurchlässiger Teilflächen in Wänden verwendet werden.

Als Bauart versteht man gemäß MBO das Zusammenfügen von Bauprodukten zu baulichen Anlagen oder Teilen von baulichen Anlagen. Brandschutzverglasungen sind laut MBO nicht geregelte Bauarten. Daher ist eine Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung oder eine Zustimmung im Einzelfall Voraussetzung für die Anwendung von Brandschutzverglasungen.